Sascha Seifert bei U20-WM dabei – Potsdamer Wasserball-Eigengewächs mit Team Deutschland in Prag

Nach intensiven Wochen der Vorbereitung geht es für das U20-Wasserball-Team Deutschland am morgigen Donnerstag zu den Weltmeisterschaften nach Prag. Mit an Bord der ambitionierten Mannschaft von Bundestrainer Nebojsa Novoselac (Berlin) ist auch Sascha Seifert von den Potsdam Orcas.  

Das erste Match wird in der Gruppenphase am Samstag gegen Ägypten bestritten, Montag folgt dann Brasilien und Dienstag-Abend die Partie gegen den Favoriten der Vorrunde C Ungarn. Die jeweils Erstplatzierten der vier Staffeln sichern sich einen direkten Platz im Viertelfinale; die Zweiten und Dritten spielen dann über Kreuz in einem „halbierten“ Achtelfinale die weiteren Plätze für die „Top 8“ aus.

Die Gesamtkonstellation hätte sicher schlechter ausfallen. Ägypten und Brasilien sind von der Papierform her klare Außenseiter, so dass der zweite Platz der Vorrunde mehr als nur in Reichweite scheint. Über Kreuz ginge es dann gegen einen Kontrahenten der B-Gruppe (Spanien, Serbien, USA, Slowakei, Tschechien). Die guten Resultate der umfangreichen Vorbereitung mit Trainingslagern und Turnieren unter anderem in Kroatien und Serbien sowie in Berlin mit der spanischen Auswahl unterstreichen die guten Aussichten für die WM mit insgesamt 18 Nationen. 

Sascha Seifert – hier im Trainingsspiel in Berlin gegen Spanien – will bei den U20-Weltmeisterschaften in Prag mit dem deutschen Team in die Top 8. (Foto: Sandra Seifert)

„Die Stimmung ist super im Team“, sagt Seifert. „Wir sind sehr optimistisch, ein gutes Turnier zu spielen, und ich fühle mich auch gut.“ Der 1,95 Meter große Linksaußen ist ein echtes Potsdamer Eigengewächs. Bereits seit er neun Jahre alt ist, spielt der jetzt 20-jährige Lehramtsstudent Wasserball im OSC Potsdam und durchlief dort mit großem Erfolg alle Altersklassen. Seinen ersten nationalen Titel holte er bereits 2012 als Kapitän des E-Jugend-Teams (U11) im Deutschen Pokal. In seiner umfangreichen Medaillensammlung finden sich unter anderem der deutsche Pokalsieg mit der U13 (2014) und der Deutsche U15-Titel (2015). Ein weiteres Highlight seiner Karriere war die Teilnahme an den U17-Europameisterschaften 2017 in Malta und die Torjägerkrone (71 Treffer!) der U18-Bundesliga 2019, die mit dem dritten Platz abgeschlossen wurde. 

Inzwischen ist Seifert etablierter Spieler des Herren-Bundesliga-Teams und hat mit seinen 27 Treffern in 50 Partien in den letzten vier Spielzeiten entscheidenden Anteil an der erfolgreichsten Zeit der Orca-Männer. Wie wohl kein anderer Spieler repräsentiert er den „Potsdamer Weg“. Zusammen mit Felix Korbel – ebenfalls im Erstliga-Team angekommen – wurde er 2013 als erster Wasserball-Siebtklässler überhaupt in die Sportschule Potsdam aufgenommen und hat dort letztes Jahr erfolgreich sein Abitur abgelegt.  

„Nicht jeder, den wir hier in der Sportschule aufnehmen, wird Nationalspieler, aber die Quote ist aus meiner Sicht nicht schlecht“, sagt André Laube, Wasserball-Lehrertrainer der Sportschule und sportlicher Leiter der Orcas. „Sascha hat sich toll entwickelt und ist sicher Vorbild für jüngere Talente.“ Aktuell lernen und trainieren 18 Wasserballer in dem gut abgestimmten System zwischen Schule und Sport, neun von ihnen wohnen im „Haus der Athleten“.  

Ebenfalls seit über einem Monat in der Vorbereitung sind mit Till Hofmann und Finn Taubert zwei weitere Athleten des Potsdamer Stützpunktes. Beide haben gute Aussichten, mit der U17-Nationalmannschaft vom 12. bis 19. September in Malta bei den Europameisterschaften dabei zu sein. 

(Foto: Sandra Seifert)

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